Ubuntu/Linux Mint: Partition beim Start automatisch einbinden

Wenn man mehrere Betriebssysteme gleichzeitig auf dem PC laufen hat, ist es förderlich eine gemeinsame Datenpartition anzulegen, auf dem Daten, wie Musik, aber auch Thunderbirddatenbanken lagern, um sie global erreichbar zu machen. Häufig sind es NTFS-Partitionen, wenn man Linux und Windows zusammen laufen lässt. Nach dem Start von Linux sind diese Partitionen jedoch nicht automatisch eingebunden. Beim Start von Thunderbird gibt es deswegen Fehlermeldungen. In Nemo, Dolphin oder Nautilus kann man Datenpartitionen einfach einhängen. Aber es wäre natürlich bequemer, wenn dies vom OS automatisch gemacht wird. Diese Anleitung funktioniert auch bei externen Festplatten. Wlanowski zeigt euch, wie es geht.

Schritt 1: Die Partition identifizieren.

Dazu startet einfach das Terminal und gibt den Befehl  sudo blkid ein. Es erscheint eine Ausgabe, die in etwa so aussieht:

Anhand der Label kann ich die Partitionen zuordnen. Bei mir ist der Eintrag unter sda2 die Windows-Partition C: und sda3 meine gesuchte Datenpartition D:‌. sda1 spiegelt eine versteckte Systempartition von Windows wieder. Sda5 ist die Linuxpartition (erkennbar am Typ ext4) und zuletzt sda6: Die Swappartition von Linux. Seid ihr nicht sicher, welche der Partitionen eure Windowspartitionen C: und D: wiederspiegeln, ist es am einfachsten, Windows zu starten und im Arbeitsplatz den Partitionen Label zu geben. (Partition „umbenennen“).

Zum automatischen Einbinden benötigen wir die UUID der Partition, in meinem Beispiel ist es also die UUID  BA4A115C4A11172B die man in der Console einfach per Markierung, Rechtsklick und Kopieren in den Zwischenspeicher legen kann.

Schritt 2: Einen Mountpoint erstellen

Ein Mountpoint ist das Verzeichnis innerhalb des Linux-Datensystems, in dem sich der Inhalt der Partition befindet. Dieser Mountpoint befindet sich üblicherweise im Verzeichnis  /media. Wechselt mit eurem Explorer (superuser-Berechtigung benötigt!) in dieses Verzeichnis und erstellt da einen Ordner, mit einem Namen eurer Wahl. Verzichtet jedoch lieber auf die Benutzung von Leerzeichen. Ich entschied mich für den Namen „Daten“. Alternativ kann man den Ordner im Terminal mit dem Befehl  sudo mkdir /media/Daten erstellen.

Schritt 3: Die Systemdatei fstab bearbeiten

Gebt im noch offenen Terminal den Befehl  sudo gedit ein und öffnet im dem dadurch gestarteten Editor die Datei /etc/fstab. Sie sollte ungefähr diesen Inhalt haben:

unbearbeitete fstab-Datei
unbearbeitete fstab-Datei

 Nun fügen wir einfach eine neue Zeile nach dem folgendem Schema hinzu:

 In meinem Beispiel sähe das so aus:

 Die Abtrennung der Spalten kann durch eine beliebige Anzahl an Leerzeichen oder Tabulatoren erfolgen.

Danach sollte die fstab-Datei in etwa der folgenden gleichen:

Bearbeitete fstab-Datei
Bearbeitete fstab-Datei

Danach führt man entweder den Befehl  sudo mount -a durch, oder startet den Rechner neu. Schon ist die Datenpartition gemountet.

Weiterführende Links

http://wiki.ubuntuusers.de/mount
http://wiki.ubuntuusers.de/fstab

7 Kommentare:

  1. Hi,

    danke für die Anleitung, aber
    Schritt 3 ist etwas irreführend. Oder gar falsch?

    Jedenfalls muss ich bei meinem Mint im Terminal eingeben: sudo gedit /etc/fstab

    So, wie Du es schreibst hatte ich aber verstanden:
    – erst „sudo gedit“
    – dann irgendwie im geöffneten Editor eingeben: /etc/fstab

    Gruß Stephan

    1. Hallo Stephan,

      vielen Dank für deinen Kommentar.

      Dein Befehl sudo gedit /etc/fstab bewirkt, dass beim Start von Gedit gleich die Datei /etc/fstab geöffnet wird. In meinem Beispiel startet man zunächst mit sudo gedit das Programm Gedit. Dann öffne ich über das GUI die Datei /etc/fstab (Datei öffnen). Ob man nun deinen Weg oder meinen bevorzugt ist letztendlich Geschmackssache. Bewirken tun sie am Ende das selbe. Ich hoffe du kannst auch meinen Weg nachvollziehen.

      Liebe Grüße!

  2. und da wundern sich manche, warum Linux sich einfach nicht durchsetzen / verbreiten will.
    Wenn gewöhnliche Dinge unter der Windose ohne Zutun oder mit Bordmitteln zu bewerkstelligen sind, muss man bei Linux immer wieder erst kryptische Befehlszeilen füllen.
    Da war die DOS-Zeit ja noch besser.

    1. Hallo Andy,

      danke für deinen Kommentar. Warum bei den meisten Linuxsystemen die Nicht-System-Partitionen nicht automatisch gemountet werden ist mir selbst auch ein Rätsel. Zwar kann ich mir vorstellen dass bei Servern das Automatische Einbinden nicht unbedingt gebraucht wird und so der Verschleiß der Datenträger minimiert werden kann, aber bei Desktop-Systemen wie es auch Mint und Ubuntu sein sollen ist dies tatsächlich für den Nutzer ein Nachteil. Immerhin stellt bspw. Ubuntu eine grafische Möglichkeit zur Verfügung Partitionen automatisch zu mounten was die Sache etwas komfortabler macht.

      Übrigens mussten auch bei DOS Partitionen und Laufwerke per Hand eingebunden werden.

      Viele Grüße

  3. Hallo Wlanowski,

    Habe zuerst w10 (Luafwerk C:) und dann Linux Mint bootfähig installiert. Ich möchte nun eine gemeinsame Datenpartition erstellen, auf die beide Systeme zugreifen können. Meine Platte hat noch freien nicht zugeordneten Speicher frei, den ich unter W10 nur als einfaches Volume freigeben kann.

    1. Genügt die Installation einfach unter Buchstabe D oder sollte die Option „in folgendem NTFS Ordner“ bereitstellen angeklickt werden?
    2. Oder ist ein einfaches Volume für einen gemeinsame Partition nicht geeignet und es braucht eine primäre Partition?

    Danke

    1. Hallo Tom,
      danke für deine Frage und entschuldige die späte Antwort.

      Ich empfehle dir unter Windows einfach deine NTFS-Partition zu erstellen, und diese unter einen Buchstaben zu Verfügung zu stellen. Die Option „in folgendem NTFS Ordner“ erlaubt dir den Inhalt deiner Partition in einem NTFS-Ordner beispielsweise im Windows-Part C: bereitzustellen. Diese Option ist theoretisch möglich, allerdings weiß ich nicht, ob Linux dann einfach auf diese Partion zugreifen kann, oder ob es sich um eine Art Speichererweiterung handelt, wie sie bei der Formatierung als internen Speicher von SD-Karten bei Android 6 handelt, wo beide Teile quasi untrennbar verschmelzen.

      Selbst wenn würde ich in Windows niemals die Linux-System-Partition mounten und in Linux nie die Windows-Partition, da man so vermeidet, aus Versehen das andere System zu zerstören.

      Volumes sind eine Sache für sich und soweit ich verstanden habe als Betriebssystem-abhängig zu betrachten. Partitionen sind die einfachste Lösung. Primäre Partitionen sind nicht unbedingt nötig, es sollte auch mit erweiterten Partionen funktionieren.

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